{"id":899,"date":"2023-09-05T13:06:06","date_gmt":"2023-09-05T11:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/artistsagainstantisemitism.org\/?p=899"},"modified":"2023-09-05T13:06:08","modified_gmt":"2023-09-05T11:06:08","slug":"fabian-wolff-ein-weiterer-kostuemjude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artistsagainstantisemitism.org\/en\/fabian-wolff-ein-weiterer-kostuemjude\/","title":{"rendered":"Fabian Wolff \u2013 Ein weiterer Kost\u00fcmjude\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Woche hat ein weiterer Fall erfundenen j\u00fcdischer Identit\u00e4t die Feuilletons besch\u00e4ftigt. Dieses Mal ging es um den Kulturjournalisten Fabian Wolff. Der freischaffende Autor hat vor allem \u00fcber Musik und Literatur geschrieben, unter anderem f\u00fcr Zeit online. Die Welt und die J\u00fcdische Allgemeine. In l\u00e4ngeren Essays schrieb er aber auch immer wieder \u00fcber j\u00fcdische Identit\u00e4t, j\u00fcdisches Leben in Deutschland und den Nahostkonflikt. Dabei bezog er sich immer wieder explizit auf seine j\u00fcdische Sprechposition, auch wenn er etwa die BDS-Kampagne verteidigte. Der Ton war dabei scharf und aus vielen Texten sprach eine moralische \u00dcberlegenheit. Diese behielt Wolff auch in dem am 16. Juli ver\u00f6ffentlichen Text &#8222;Mein Leben als Sohn&#8220; bei. Am Ende des selbstzentrierten Textes erkl\u00e4rt er, herausgefunden zu haben, dass seine angeblich j\u00fcdische Urgro\u00dfmutter gar nicht j\u00fcdisch sei. Eine ernsthafte Erkl\u00e4rung, wie es \u00fcberhaupt zu dieser Annahme kam, warum Wolff die recht simple Recherche nicht schon viel fr\u00fcher durchgef\u00fchrt hat oder gar eine Entschuldigung sucht man in dem Text vergebens.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4lle von erfundenen j\u00fcdischen Familiengeschichten gibt es immer wieder. Diese werden auch als &#8218;Kost\u00fcmjuden&#8216; bezeichnet. In der Fachliteratur gibt es zudem den Begriff &#8218;Wilkomirski-Syndrom&#8216;, benannt nach einem Fall aus den 1990er Jahren. Zuletzt gerieten etwa die Bloggerin Marie Sophie Hingst oder Wolfgang Seibert, der ehemalige Vorsitzende der j\u00fcdischen Gemeinde Pinneberg dadurch in die Schlagzeilen. Wer sich mehr mit diesem Ph\u00e4nomen befassen will, dem empfehlen wir das Buch &#8222;Phantastische Gesellschaft \u2013 Gespr\u00e4che \u00fcber falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung&#8220; von Clemens B\u00f6ckemann und Johannes Spohr.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Links<\/h4>\n\n\n\n<p>Taz: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Falscher-Jude\/!5946771\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/taz.de\/Falscher-Jude\/!5946771\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Falscher Jude: Ein identit\u00e4ts\u00adpolitischer T\u00e4uscher&#8220;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Buch: <a href=\"https:\/\/neofelis-verlag.de\/verlagsprogramm\/wissenschaft\/politik-debatte\/1048\/phantastische-gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Phantastische Gesellschaft \u2013 Gespr\u00e4che \u00fcber falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS Verfolgung&#8220;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Woche hat ein weiterer Fall erfundenen j\u00fcdischer Identit\u00e4t die Feuilletons besch\u00e4ftigt. 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