{"id":1140,"date":"2024-10-08T16:17:55","date_gmt":"2024-10-08T14:17:55","guid":{"rendered":"https:\/\/artistsagainstantisemitism.org\/?p=1140"},"modified":"2024-10-18T17:09:20","modified_gmt":"2024-10-18T15:09:20","slug":"leipzig-kein-terror-im-theater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artistsagainstantisemitism.org\/en\/leipzig-kein-terror-im-theater\/","title":{"rendered":"Leipzig: Kein Terror im Theater!"},"content":{"rendered":"<p>Statement der <strong>Artists Against Antisemitism Leipzig<\/strong> zum Leipziger Tanz- und Theaterfestival euro scene 2024:<br>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir fordern die euro scene Leipzig und ihren Festivalleiter Christian Watty auf, die Produktion \u201eAnd Here I Am\u201c vom The Freedom Theatre Jenin (FTJ) auszuladen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das St\u00fcck richtet sich offen gegen die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zwischen Israelis und Pal\u00e4stinenser*innen. Mit der Verharmlosung des Terrors des Pal\u00e4stinensischen Islamischen Djihad durch die Inszenierung bringt das euro scene Festival Propaganda f\u00fcr eine vom iranischen Regime massiv unterst\u00fctzte Terrororganisation auf die B\u00fchne. Diese Einladung ist nicht nur eine Kampfansage gegen j\u00fcdisches Leben in der Region, sondern auch gegen die iranische Freiheitsbewegung. Sie w\u00e4re eine pr\u00e4zedenzlose Normalisierung antisemitischer und antidemokratischer Terrororganisationen auf Leipziger B\u00fchnen \u2013 ausgerechnet in der Gedenkwoche zum 86. Jahrestag der Novemberpogrome. Wir werden diese Normalisierung islamistischen Terrors nicht hinnehmen und rufen alle demokratischen Kr\u00e4fte zum Protest gegen die Auff\u00fchrungen am 6. und 7. November auf.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Inszenierung \u201eAnd Here I Am\u201c will der Protagonist und aktuelle Co-Leiter des FTJ, Ahmed Tobasi, \u00fcber seine Zeit im \u201ebewaffneten Widerstand\u201c (Pal\u00e4stinensischer Islamischer Dschihad) und als \u201epolitischer H\u00e4ftling\u201c erz\u00e4hlen. Das FTJ stellt sich dabei explizit hinter den bewaffneten Kampf der islamistischen Gruppe und legitimiert in den sozialen Medien auch die antisemitische Gewalt der Hamas \u2013 einschlie\u00dflich der Morde, Vergewaltigungen und Entf\u00fchrungen am 7. Oktober 2023. Somit stehen die Auff\u00fchrung und das FTJ nicht f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung zwischen Israelis und Pal\u00e4stinenser*innen, sondern f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der gr\u00f6\u00dften j\u00fcdischen Gemeinschaft der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zeigt sich auch in der Kampagne Cultural Intifada des Theaters, die sich in der Tradition der ersten beiden Intifadas (1987-1993, 2000-2005) sieht, bei denen \u00fcber 1200 Israelis und \u00fcber 1300 Pal\u00e4stinenser*innen durch pal\u00e4stinensische T\u00e4ter*innen ermordet wurden. In der Kampagne unterst\u00fctzt das FTJ aktiv die israelfeindliche Boykottkampagne BDS und spricht sich f\u00fcr einen pal\u00e4stinensischen Staat \u201efrom the river to the sea\u201c aus. Dass kultureller und bewaffneter \u201eWiderstand\u201c beim FTJ nicht getrennt werden, zeigt auch der Mitbegr\u00fcnder des Theaters, Zakaria Zubeidi. Zubeidi ist als f\u00fchrendes Mitglied der Terrororganisation Al-Aksa-Brigaden Anstifter f\u00fcr einen Mord an sechs Israelis und derzeit in israelischer Haft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das internationale Tanz- und Theaterfestival in Leipzig schreibt sich auf die Fahne, f\u00fcr \u201eFreiheit, Demokratie und Menschenrechte\u201c zu stehen und sich deshalb auf die Konflikte in S\u00fcdwestasien zu fokussieren. Trotz des Schwerpunkts auf den sogenannten Nahen Osten wurde keine israelische Position eingeladen. Angesichts der Themensetzung stellt das einen stillen Boykott israelischer Positionen dar. Allerdings setzt sich eine Inszenierung mit der Erinnerung an Auschwitz aus j\u00fcdischer Perspektive auseinander. So reproduziert die euro scene ein typisches Muster, das man in Anlehnung an Judith Coffey und Vivien Laumann als Gojnormativit\u00e4t bezeichnen kann: Tote J\u00fcdinnen*Juden werden beflissen betrauert, selbstbewusste j\u00fcdische und israelische Positionen der Gegenwart marginalisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das euro scene Festival steht f\u00fcr eine fatale Entwicklung im deutschen Kulturbetrieb. Antisemitismus wird geduldet, als legitime Position normalisiert und trotz aller Lippenbekenntnisse von staatlich finanzierten Kulturinstitutionen wie dem Goethe-Institut und dem Schauspiel Leipzig gef\u00f6rdert. Die Kritik an islamistischer Unterdr\u00fcckung durch libanesische und iranische Stimmen w\u00e4hrend des Festivals wird so unterlaufen. Es gilt, die Verantwortlichen f\u00fcr diese unertr\u00e4gliche Normalisierung des Antisemitismus und Islamismus zu benennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Terror im Theater!<\/p>\n\n\n\n<p>Artists Against Antisemitism Leipzig<br>gegenantisemitismusle@posteo.de<br>@artistsagainstantisemitism_le (instagram)<br>www.artistsagainstantisemitism.org<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/artistsagainstantisemitism.org\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/kein-Terror-im-theater-2024-aaa-le.pdf\"><strong>Zur Druckversion (pdf)<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statement der Artists Against Antisemitism Leipzig zum Leipziger Tanz- und Theaterfestival euro scene 2024:\u00a0 Wir fordern die euro scene Leipzig und ihren Festivalleiter Christian Watty auf, die Produktion \u201eAnd Here I Am\u201c vom The Freedom Theatre Jenin (FTJ) auszuladen. Das St\u00fcck richtet sich offen gegen die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zwischen Israelis und Pal\u00e4stinenser*innen. 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